Strategisches Recruiting in der Pharmaindustrie: Warum Wachstum mit den richtigen Menschen beginnt

von Nina Saurer (vorm. Sattlegger) in , , — September 2026
Strategisches Recruiting in der Pharmaindustrie geht heute weit über die Besetzung offener Stellen hinaus. Pharmaunternehmen müssen nicht nur aktuelle Personalbedarfe decken, sondern auch frühzeitig jene Kompetenzen identifizieren, die für zukünftiges Wachstum und nachhaltigen Erfolg entscheidend sind. Die gezielte Besetzung von Schlüsselpositionen mit den passenden Talenten ist dabei von zentraler Bedeutung, denn jede Personalentscheidung beeinflusst Unternehmenskultur, Innovationskraft und Zusammenarbeit nachhaltig. Wie wirkungsvoll dieser Ansatz in der Praxis sein kann, zeigt die Zusammenarbeit zwischen Nina Saurer, Executive Director bei Talentor Austria, und Christoph Reinwald, General Manager von Complex Pharmaceuticals.
Zeitungsartikel - Nina Saurer, Executive Director bei Talentor Austria, und Christoph Reinwald, General Manager von Complex Pharmaceuticals

1. Pharmaindustrie im Wandel

Die Pharmaindustrie befindet sich im Wandel. Themen wie regulatorische Anforderungen, Versorgungssicherheit, resiliente Lieferketten, Nachhaltigkeit und spezialisierte Therapien prägen den Markt. Dadurch verändern sich die Anforderungen an Führungskräfte und Mitarbeitende. Gesucht werden nicht nur Expert*innen mit dem passenden Fachwissen. Ebenso wichtig sind Lernbereitschaft, Eigenverantwortung, Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit, in dynamischen Umfeldern erfolgreich zu arbeiten.

Für die Führung bedeutet es vor allem, mit Komplexität und der Schnelllebigkeit umgehen zu können, eine Unternehmenskultur der Eigenverantwortung, Transparenz und Weiterentwicklung zu fördern sowie Orientierung zu geben.

2. Strategisches Recruiting statt klassischer Personalvermittlung

Angesichts dieser Veränderungen greift die klassische Personalvermittlung zu kurz. Zu besetzende Schlüsselpositionen dürfen nicht isoliert, sondern immer im Kontext des Teams, der Unternehmenskultur und der angestrebten Entwicklung der gesamten Organisation betrachtet werden, denn jede Besetzung hat Einfluss auf die Kultur und die Zukunft des Unternehmens. Es ist entscheidend zu verstehen, wie unterschiedliche Persönlichkeiten, Kompetenzen und Arbeitsweisen zusammenwirken und welche Menschen auf Team- und Organisationsebene erfolgreich miteinander arbeiten können. Für ein Perfect Match muss der Fokus im strategischen Recruiting demnach nicht auf einer möglichst großen Anzahl, sondern auf einer passgenauen Auswahl von Kandidat*innen liegen.

Gerade bei Unternehmen im Aufbau reicht es nicht aus, Leaders oder Fachkräfte ausschließlich für die aktuelle Unternehmensphase zu gewinnen.

Es ist notwendig, auch die langfristige Entwicklung der Organisation im Blick zu behalten. Das liegt daran, dass sich die Rollen und deren Anforderungen verändern können und wenngleich gewisse Voraussetzungen für eine erfolgreiche Besetzung definiert sein müssen, bedarf es einer gewissen Flexibilität hinsichtlich der Stellenprofile.

3. Strategisches Recruiting setzt auf Mindset und Potenzial statt auf den perfekten Lebenslauf

Nicht nur Anforderungen an Unternehmen und Führungskräfte haben sich verändert. Es wird auch deutlich, dass Karrierewege heute viel weniger geradlinig verlaufen als das noch vor einigen Jahren der Fall war. Interdisziplinäres Arbeiten und Rollenwechsel kommen immer häufiger vor, weshalb nicht mehr der perfekte Lebenslauf im Vordergrund steht, sondern vielmehr die Frage, ob jemand zur Unternehmenskultur passt und das notwendige Entwicklungspotenzial sowie die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme mitbringt. Gerade in Pharmaunternehmen sind Eigeninitiative, Gestaltungswille und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen, wesentliche Erfolgsfaktoren.

Strategisches Recruiting in der Pharmaindustrie sollte deshalb neben der fachlichen Eignung immer auch das Mindset und die Motivation der Kandidat*innen berücksichtigen.

4. Unternehmenskultur beginnt bereits im Recruitingprozess

Die Candidate Experience wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind selten aktiv auf der Suche. Sie zeigen sich meist dann wechselbereit, wenn die neue Position fachlich, kulturell und persönlich ansprechend für sie ist. Im Headhunting ist es daher essenziell, langfristige Beziehungen zu pflegen und passive Kandidat*innen gezielt anzusprechen. Branchenkenntnis, persönliche Netzwerke und ein tiefes Verständnis individueller Motivatoren spielen dabei eine entscheidende Rolle im Executive Search. Technologie und KI können geeignete Profile identifizieren, ersetzen jedoch nicht das Verständnis dafür, was Menschen tatsächlich zu einem Wechsel bewegt.

Dabei bewerten Kandidat*innen aber auch potenzielle Arbeitgeber schon während des Bewerbungsprozesses.

Transparente Kommunikation, klare Entscheidungswege und schnelle Rückmeldungen beeinflussen maßgeblich, wie attraktiv ein Unternehmen wahrgenommen wird.

Umgekehrt sorgen lange Abstimmungsschleifen, unklare Anforderungen oder verzögerte Entscheidungen dafür, dass Top-Kandidat*innen rasch das Interesse verlieren.

5. Moderne Führung und strategisches Recruiting als Erfolgsfaktoren in Wachstumsphasen

Gerade in Unternehmen im Aufbau entscheiden die Menschen über nachhaltigen Unternehmenserfolg. Mitarbeitende brauchen eine Unternehmenskultur, die von psychologischer Sicherheit geprägt ist. Sie brauchen Entwicklungsmöglichkeiten, Vertrauen und Wertschätzung sowie das Wissen, welchen Beitrag sie zum Unternehmenserfolg leisten.

Gute Führungskräfte müssen demnach:

  • Orientierung geben
  • Verantwortung delegieren
  • Sinn vermitteln
  • Stärken erkennen
  • Potenziale fördern

Gerade in dynamischen Wachstumsphasen geht es außerdem darum, unterschiedliche Perspektiven zu verbinden und eine klare Richtung mit Fokus auf ein gemeinsames Ziel vorzugeben.

Gleichzeitig zeigt die langjährige Zusammenarbeit von Nina Saurer und Christoph Reinwald, wie sich Executive Search von einer operativen Dienstleistung zu einer strategischen Partnerschaft entwickeln kann.  Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Stellenbesetzungen, sondern die Frage, welche Kompetenzen, Persönlichkeiten und Strukturen auch in Zukunft benötigt werden.

Strategisches Recruiting wird damit zu einem wesentlichen Baustein der Organisationsentwicklung und trägt dazu bei, Unternehmen nachhaltig für zukünftiges Wachstum aufzustellen.

6. Fazit: Wer Wachstum will, muss Menschen verstehen

Erfolgreiches, strategisches Recruiting in der Pharmaindustrie bedeutet heute weit mehr als die Suche nach passenden Lebensläufen. Unternehmen benötigen Menschen, die fachlich überzeugen, kulturell passen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Wachstum gestalten wollen.

Wer Personalauswahl als strategische Aufgabe versteht, stärkt nicht nur seine Teams, sondern schafft die Grundlage für Innovation, Unternehmenskultur und langfristigen Unternehmenserfolg. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer einfachen Stellenbesetzung und nachhaltiger Organisationsentwicklung.

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7. FAQ

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Portrait Nina Saurer 2025

Nina Saurer (vorm. Sattlegger)

Executive Director