Wertschätzung in Zeiten von New Work

von Birgit Wandrak in , , — Oktober 2021
Wie zeigt man echte Wertschätzung im Arbeitsalltag? Und welche Rolle spielt sie in Zeiten von New Work und Home Office?

Was in der Zusammenarbeit wirklich zählt

Mehrmals täglich, generationenübergreifend und quer durch alle Hierarchien nennen mir Kandidat*innen als ihre primäre Wechselmotivation die Tatsache, dass sie nicht mehr als reine Zielerfüller oder sogenannte Leistungsträger gesehen werden wollen. Vielmehr wollen sie (endlich) mit ihren individuellen Bedürfnissen wahrgenommen und als solche wertgeschätzt werden. Sie möchten im Job spüren, dass sie als Menschen in ihrer Individualität, mit ihren Denkweisen, mit ihren Gefühlen und ihren Potenzialen anerkannt werden.

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Interessanterweise erscheint ein wertschätzendes Arbeitsumfeld, ein wertschätzendes Geführt-Werden in digitalen Arbeitswelten post Corona weitaus wichtiger zu sein als davor. Zunehmend digitales Arbeiten hat dazu geführt, dass persönliche, zwischenmenschliche Kommunikation immer seltener geschieht, persönliche Zusammenarbeit immer seltener stattfindet.

Wertschätzung sichtbar machen

Was ist Wertschätzung im Arbeitsalltag? Definitiv mehr als Lob und Anerkennung von Leistung und mehr als ein reines Lippenbekenntnis. Echte Wertschätzung sieht den Menschen und nicht (nur) dessen Leistung, auch wenn diese ihre Einschätzung im Arbeitsalltag beeinflusst. Einen anderen Menschen echt wertzuschätzen bedeutet, seine Bedürfnisse zu kennen und ernst zu nehmen.

Echte Wertschätzung zeigt sich in kleinen Gesten: ein anerkennender Blick auf Augenhöhe oder ein ehrliches, interessiertes Zuhören ... . Es geht nicht um permanente Bedürfniserfüllung, sondern um die Anerkennung und die Erfüllung der für den Job relevantesten Bedürfnisse.

Und: Echte Wertschätzung ist nicht stillschweigend. Sie muss gezeigt werden und erfordert die Fähigkeit zur empathischen Wahrnehmung und ehrliches Interesse für den anderen.

Win-win-Situation

Individuelle Wertschätzung von Herzen wirkt und kann enorme Kräfte freisetzen: Wer als Führungskraft echte Wertschätzung lebt, verbessert langfristig das Arbeitsklima, stärkt die Produktivität und wird mit loyalen, leistungsfähigen und begeisterten Mitarbeitenden belohnt.

Wertschätzung ersetzt mit Sicherheit kein marktkonformes Gehalt, macht aber den Unterschied in der Arbeitgeberattraktivität. Insbesondere in Zeiten von „New Work“ ist Wertschätzung nicht obsolet. Im Gegenteil: Heute gilt es das „Wollen“ – die intrinsische Motivation – zu fördern.

Ein klarer „Auftrag“ an die „Leaders for tomorrow“:

Wertschätzende Führung gelingt mit der richtigen Haltung sich selbst und anderen gegenüber. Wertschätzen Sie sich selbst?


Die Kolumne ist in PharmAustria 03/2021 erschienen.

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Birgit Wandrak

Senior Consultant