3 Fragen an Nicole Zahradnicek, Country Lead bei Pfizer Austria

von Nina Sattlegger in , , — Februar 2026
Die Life Science-Industrie befindet sich im Spannungsfeld zwischen zunehmender regulatorischer Komplexität, rasantem technologischem Fortschritt und einem tiefgreifenden Wandel der Arbeitswelt. Für Unternehmen bedeutet das, gleichermaßen Innovation, Qualität und moderne Führungskultur sicherzustellen.

In unserer Interview-Reihe "3 Fragen an..." mit führenden Persönlichkeiten der Branche sprechen wir dieses Mal mit Nicole Zahradnicek, Country Lead bei Pfizer Austria.

Sie gibt Einblicke in die aktuellen Herausforderungen der Branche, erläutert, welche Kompetenzen und Haltungen heute besonders gefragt sind, und beschreibt ihren persönlichen Umgang mit Rückschlägen und Veränderungsprozessen.

1. Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen für Ihr Unternehmen und die Life Science-Branche?

Für unser Unternehmen – und die Life Science-Branche insgesamt – ist es vor allem die zunehmende Komplexität: Regulatorische Anforderungen nehmen weiter zu, Innovationszyklen werden kürzer und gleichzeitig stehen wir unter hohem Kosten- und Effizienzdruck. Diese Spannungsfelder auszubalancieren, ohne an Qualität, Compliance oder Innovationskraft einzubüßen, ist eine zentrale Aufgabe. Themen wie der Zugang zu Innovationen, nachhaltige Gesundheitssysteme und die Akzeptanz neuer Technologien in der Gesellschaft gewinnen weiter an Bedeutung.

Gleichzeitig erleben wir einen massiven Wandel in der Arbeitswelt. Der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter*innen, neue Kompetenzprofile – etwa an der Schnittstelle von Wissenschaft, Digitalisierung und Data – sowie veränderte Erwartungen an Führung und Unternehmenskultur fordern uns stark. 

Es reicht nicht mehr, fachlich exzellent zu sein; es geht darum, Sinn zu stiften, Orientierung zu geben und ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen langfristig wirksam sein können und wollen.

2. Auf welche Skills und welches Mindset legen Sie bei Ihren Mitarbeitenden besonderen Wert?

Bei meinem Team sind mir fachliche Exzellenz, Haltung und Authentizität besonders wichtig. Ich schätze Menschen, die Verantwortung übernehmen, neugierig bleiben und offen und ehrlich auf Dinge zugehen. In einer zunehmend komplexen und dynamischen Umgebung sind Neugier, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, entscheidend. Ich ermutige mein Team, Dinge auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen. Fachliches Know-how ist wichtig – aber genauso wichtig ist die Bereitschaft, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und Zusammenhänge zu verstehen.

Ein zentrales Mindset ist für mich Eigenverantwortung: den Mut zu haben, Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.

Dazu gehört auch, mit Unsicherheit umgehen zu können und nicht auf perfekte Rahmenbedingungen zu warten.

Ebenso sind mir Zusammenarbeit, Empathie und Offenheit für unterschiedliche Perspektiven sehr wichtig.

Die besten Lösungen entstehen dort, wo unterschiedliche Blickwinkel zusammenkommen, wo offen zugehört wird und wo gegenseitiger Respekt die Basis der Zusammenarbeit bildet.

3. Wie gehen Sie persönlich mit Rückschlägen um und wie gelingt es Ihnen, neue Energie zu schöpfen?

Ich sehe Rückschläge bewusst als Lernmomente. Scheitern ist nicht das Gegenteil von Erfolg, es ist Teil davon. Wichtig ist mir, kurz innezuhalten und zu reflektieren: Was ist passiert, was lag in meinem Einflussbereich und was nehme ich konkret für zukünftige Entscheidungen mit? Dieses bewusste Reflektieren hilft mir, Dinge einzuordnen und wieder handlungsfähig zu werden, statt mich lange mit dem Rückschlag selbst aufzuhalten.

Neue Energie schöpfe ich, indem ich den Blick nach vorne richte und mir bewusst mache, wofür ich Verantwortung trage und was ich gestalten kann. Der Austausch mit Menschen, denen ich vertraue, gibt mir dabei oft neue Perspektiven. Gleichzeitig helfen mir bewusste Pausen, Bewegung und Zeit abseits der Arbeit, um Abstand zu gewinnen. So gelingt es mir, mit Klarheit und neuer Energie wieder ins Tun zu kommen.

Herzlichen Dank für diese spannenden Einblicke!

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Nina Sattlegger

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