Agile Führung und KI im Biotech – Ein Rückblick auf den 4. Biotech Circle Austria
Innovative Impulse von Expert*innen
Die Veranstaltung, organisiert von BIOTECH AUSTRIA, brachte führende Expert*innen und Entscheidungsträger aus der Branche zusammen. Zusammen mit Christoph Lengauer (Curie.Bio) und moderiert von Thomas Moser (Myllia Biotechnology) diskutierte Nina Sattlegger (Executive Director Life Science & Healthcare), wie moderne Führung in einem Umfeld mit hoher Unsicherheit und rasanten Entwicklungen gelingen kann. Dabei wurde klar, dass es in der Biotech-Branche nicht darum geht, jeden Schritt zu kontrollieren – sondern darum, den Teams den nötigen Spielraum zu bieten, um flexibel auf Veränderungen zu reagieren.

Agile Intelligenz als Führungskompetenz
Ein zentraler Aspekt der Diskussion war die agile Intelligenz: Die Fähigkeit, sich schnell, flexibel und wirkungsvoll an neue Situationen anzupassen. Führungskräfte sind in der Pflicht, Ihre Teams kontinuierlich darin zu stärken auf schnell ändernde Rahmenbedingungen zu reagieren.
Dabei wurden fünf wesentliche Prinzipien hervorgehoben, die für Führungskräfte im Kontext agiler Intelligenz wichtig sind.
- From control to support: Anstatt alle Entscheidungen selbst zu treffen, sollen Führungskräfte als “Facilitator” agieren und so eine Umgebung schaffen, wo Teams eigenverantwortlich arbeiten und miteinander kooperieren können.
- Growth Mindset: Führungskräfte zeigen Selbstvertrauen sowie Mut und inspirieren andere – selbst wenn die Zukunft ungewiss ist.
- Strong teams matter more than strong egos: Talente erkennen und fördern – auch solche, die klüger sind als man selbst. Der Fokus soll darauf liegen, großartige Teams aufzubauen, anstatt an Macht festzuhalten.
- Learning from mistakes: Agile Führungskräfte lassen Raum für Experimente: Sie wissen, dass Scheitern in Ordnung ist – solange man schnell scheitert, schnell daraus lernt und sich kontinuierlich weiterentwickelt.
- Listening with empathy: Es geht nicht nur um das Zuhören, sondern vor allem um das Verstehen. Führungskräfte, die ihren Teams aufmerksam zuhören, schaffen Vertrauen und fördern ein starkes Miteinander.
Mensch & KI – ein starkes Duo?
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf dem Zusammenspiel von Mensch und Künstlicher Intelligenz.
Führung soll Räume schaffen, in denen emotionale Intelligenz, Intuition und Kreativität ebenso wichtig sind wie Datenanalyse.
Trotz der Leistungsfähigkeit von KI bestehen Unsicherheiten auf allen Seiten.
Ein duales Intelligenzmodell wird empfohlen: KI liefert Geschwindigkeit und Datenstärke, der Mensch bringt Kontext, Ethik und Kreativität ein.
Das Beispiel Insilico Medicine zeigt, wie KI in der Medikamentenentwicklung enorme Fortschritte bringen kann – aber: Die finale Bewertung übernehmen weiterhin Expert*innen. Durch KI wurde ein Medikamentenkandidat für die idiopathische pulmonale Fibrose gefunden:
“AI found the needle in the haystack – but experts judged whether it was the right one.”
Strukturen und Prozesse für agile Zusammenarbeit
Agile Intelligenz funktioniert am besten in Settings mit flachen Hierarchien, regelmäßigen Feedbacks sowie einer gelebten Fehlerkultur. Kurze Kommunikationszyklen und regelmäßige Retrospektiven fördern zudem eine agile Kultur. Die wichtigste Aufgabe der Führungskräfte ist es für Psychologische Sicherheit zu sorgen: eine Umgebung zu schaffen, wo sich Teammitglieder sicher fühlen, Ideen einbringen möchten und auch Fehler zugelassen werden können.
Fazit
Der 4. Biotech Circle Austria lieferte spannende Einblicke, wie moderne Führung in der Biotech-Branche aussehen muss. Entscheidend ist dabei, Räume für schnelles Lernen, verantwortungsvolles Handeln und mutige Entscheidungen zu schaffen – mit und trotz KI.