5 Fragen an Christina Mutenthaler-Sipek, CEO von AMA-Marketing

von Bernadette Arnoldner in , — Februar 2024
Warum es mehr Frauen in Führungspositionen braucht, was Female Leader auszeichnet und wie sie andere Frauen dazu ermutigen möchte, Führungsverantwortung zu übernehmen, erklärt Christina Mutenthaler-Sipek im Talentor-Interview.

"Brenne für das, was du gerade tust!"

So lautet das persönliche Motto von Christina Mutenthaler-Sipek, CEO bei der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH, mit dem sie auch andere Frauen motivieren möchte, mehr Führungsverantwortung zu übernehmen.

In unserer Interview-Reihe gibt sie inspirierende und persönliche Einblicke zum Thema Female Leadership.

Christina Mutenthaler-Sipek, AMA-Marketing

Christina Mutenthaler-Sipek, CEO von AMA-Marketing - einer 100%-Tochter der Agrarmarkt Austria

1. Braucht es mehr Frauen in Führungspositionen in Österreich? Warum? In welchen Bereichen?

"Ich ermutige jede Frau, berufliche Herausforderungen, die vor allem auch Führungspositionen mit sich bringen, anzunehmen. Frauen machen sich viel zu viele Gedanken, Männer machen einfach. Das können wir uns von unseren männlichen Kollegen abschauen!

Ich denke, dass es insgesamt mehr Frauen in Führungspositionen bräuchte. Gerade die landwirtschaftliche Branche ist, bis auf wenige Ausnahmen, vielfach eine reine Männer-Domäne – eine weibliche Sicht der Dinge würde sie bereichern."

2. Was zeichnet Female Leadership aus Ihrer Sicht aus?

"Das ist meiner Meinung nach sehr individuell. Wenn ich jedoch an meine bisherigen Erfahrungen denke, würde ich die besondere Fähigkeit, auch die Zwischentöne zu hören und Menschen dadurch noch besser mitnehmen zu können, besonders hervorheben.

Empathie ist aus meiner Sicht ein Game Changer und Frauen trauen sich auch immer mehr, im Arbeitsalltag bewusst auf diese Fähigkeit zu setzen. Aber auch Mut, die Dinge anzupacken, neu zu denken und dabei auch die einen oder anderen Stereotype zu durchbrechen, ist eine Eigenschaft, die ich immer öfter bei weiblichen Vorgesetzten beobachte."

3. Was waren bzw. sind Ihre größten Herausforderungen als Female Leader?

"Die Herausforderungen, die die Neuübernahme der Geschäftsführung der AMA-Marketing bringt, sind unabhängig vom Geschlecht. Beispielsweise haben wir seit Monaten eine sehr hohe Preissensibilität beim Lebensmitteleinkauf. Die Konsumentinnen und Konsumenten wünschen sich hohe Qualitätsstandards, hohe Tierwohlstandards und legen Wert auf Nachhaltigkeit, greifen aber in Zeiten der hohen Inflation zu billigeren Produkten.

Was meine persönliche Situation angeht, so machte ich mir vor meinem Start als Geschäftsführerin viele Gedanken darüber, wie ich Familie – ich bin Mutter von zweijährigen Zwillingen – und Job unter einen Hut bekomme. Das hat dann bei mir zum Glück auch sehr gut funktioniert, denn ich habe mir privat Unterstützung geholt.

Es ist anstrengend, aber ich kann jede Frau, die Leidenschaft für ihren Job hat, nur dazu ermutigen. Ich glaube, es ist wichtig, dass man eine bewusste Entscheidung trifft, zu 100 Prozent dahintersteht und sehr gut organisiert ist. Das bedeutet auch, Hilfe anzunehmen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Frauen wird leider noch immer allzu oft abverlangt, die extra Meile im Job zu gehen und gleichzeitig die Familie zu managen."

4. Welche 3 Karriere-Tipps würden Sie einer weiblichen Nachwuchsführungskraft geben?

  • Leidenschaft: "Mache das wofür du brennst!"
  • Mut: "Warte nicht bis jemand für dich Entscheidungen trifft, treffe sie und gehe in die Offensive!"
  • Netzwerk: "Umgib dich mit Personen, die dich fördern und schaffe dir Verbündete!"

5. Was waren wichtige Wendepunkte in Ihrer Karriere? Würden Sie heute andere Entscheidungen treffen? Hatten Sie Vorbilder bzw. Menschen, die Sie unterstützten?

"Ich hatte keinen konkreten Plan, wie meine Karriere verlaufen sollte. Da ich aufgrund unseres Familienunternehmens von klein auf Unternehmertum „lernte“, war immer klar für mich, dass ich Verantwortung übernehmen und eigenständig Entscheidungen treffen möchte. Außerdem suche ich stets Herausforderungen.

Vorbilder gibt’s ein paar – ich hatte Chefs, die mich sehr gefordert und gefördert haben. Außerdem habe ich zwei enge Vertraute, beide sehr erfolgreiche Frauen, mit denen ich mich oft austausche, ihre Erfahrungen sehr gerne annehme und die mir auch beide den letzten Ruck gegeben haben, mich auch mit zwei Kleinkindern für den Job als Geschäftsführerin zu bewerben."

Vielen Dank für die inspirierenden Einblicke!

Bernadette Arnoldner Mitglied der Geschäftsleitung Talentor Austria_Portrait

Bernadette Arnoldner

Executive Director